ICMEA 2016

Eine Anzeige in der „Neuen Keramik“ hat mich dazu verleitet, mich bei einem Wettbewerb für Nachwuchskünstler in China zu bewerben.

Für gewöhnlich bekomme ich bei solchen Bewerbungen eine Absage, womit ich mir die Frage einer Reise dann im Allgemeinen nicht stellen muss.

Diesmal sah das anders aus und nach großer Freude und einigen Vorbereitungen habe ich Ende Oktober die Reise ins Fuping Pottery Art Village zum ICMEA-Symposium angetreten.

Dieses Keramikzentrum will einen globalen Überblick über das Keramikgeschehen geben, wozu sie regelmäßig Wettbewerbe und Artist in Residence Plätze ausschreiben. Die ausgewählten bzw. ein Großteil der dort gefertigten Stücke verbleiben im Museum. Und das hat es schon in sich. Nicht ein Gebäude versammelt die Arbeiten, sondern für jede Region (wie Osteuropa, Amerika, Europa etc) gibt es eigene Häuser. Und immer noch werden weitere gebaut. Eine gigantische Sammlung gibt es dort und ich muss zugeben, dass ich nicht einmal ansatzweise geschafft habe, alles anzusehen.

Das ist schon sehr eindrucksvoll.

Aber das Keramikdorf will nicht nur zeigen, sondern auch vermitteln. So gab es einen riesigen Raum mit wahnsinnig vielen Töpferscheiben, und die waren nicht für die dort arbeitenden Künstler da (diese hatten einen separates Gebäude zum Schaffen), sondern für Schulklassen. Die Chinesen denken gerne bereits im Voraus etwas größer.

Für mehr als einen ersten Blick war der Anreisetag allerdings nicht geeignet, denn am Abend gab es noch ein großes Galadinner für die Gäste. Dort haben die eingeladenen Künstler an einem Tisch gesessen und sich kennengelernt: Valerie aus Belgien, C.A.T.  aus Amerika, Giovanni aus Italien Maria aus der Ukraine und einige Mehr. Sowieso waren die Essen sehr interessant, denn immer war es nicht nur schmackhaft, sondern auch äußerst multikulturell. Eine besondere Atmosphäre.

Zurück zum 1. Abend: an dem wurde neben dem Essen auch chinesische Kultur geboten; Schattenspiel und Musik, wobei diese für den westlichen Geschmack ziemlich gewöhnungsbedürftig war-sehr laut und wenig melodisch.

Am nächsten Morgen wurde die Veranstaltung festlich eröffnet, mit Trommelgruppe, Reden, einem Feuerwerk und den Verkündungen der Preise. Und erst hier habe ich verstanden, wie die Regelung ist. Der Janet Mansfield Award ging, das war zuvor bekannt (allerdings nicht mir) an Jack Doherty, dann gab es einen studentischen Wettbewerb (mit gigantischen Gewinnsummen) und dann wurde noch der Preis für internationale Nachwuchskünstler vergeben (ausgeschrieben, kuratiert und im Rahmen des Symposiums verliehen, von den Verlegern der Keramikzeitungen). Für diesen hatte ich mich beworben und habe tatsächlich auch den dritten Platz belegt!

Der Erste ging an Ana Marie für eine Klanginstallation und der Zweite an C.A.T. Für eine kleine Skulptur.

Im Anschluss ging es in die Ausstellungshalle, wo nicht nur die diesjährigen Arbeiten zu sehen gab, sondern auch die der vergangenen Jahre.

Die nächsten 24 Stunden waren gefüllt mit Vorträgen, Essen und Gesprächen. Eigentlich sah der Plan auch für den Nachmittag des zweiten Tages Reden vor, allerdings sind nicht alle Redner angereist, weshalb es eine kleine Planänderung gab. Kurzerhand haben wir, man konnte zwischen einem Museum und einem Stadtbummel in Xian entscheiden, uns im Bus zu den großen Ofen der Seladonregion befunden.

Zuerst haben wir ein Museum mit wundervollen Stücken der letzten 2300 Jahre angeschaut und dann eine kleine Fabrik. So sauber und ordentlich wie es dort war, kann es sich nur um eine kleine (Touristen)Manufaktur gehandelt haben, aber spannend war es dennoch und zumindest dort haben die Mitarbeiter wirklich gute Arbeitsbedingungen.

Danach ging es noch an eine dritte Stelle, ebenfalls für Seladonkeramik, dann zurück nach Fuping.

Der Ausflug am nächsten Tag zu den Terrakottakriegern startete früh, was auch gut war, denn wie sich zeigen sollte, ist es an der Attraktion erst am Nachmittag richtig voll geworden. Für chinesische Verhältnisse hatten wir in den drei Stunden vor Ort viel Platz zum sehen und staunen, denn das, was dort aus der Erde geholt wurde zu Recht Unesco- Weltkulturerbe. Die Dimensionen der Terrakottaarmee sprengt westliche Verhältnisse. Eine riesige Armee, mit Soldaten, Beamten und jeder Menge Pferde und alles sind Unikate. Das ist auf jeden Fall sehr beeindruckend.

Nach dem Besuch ging es weiter nach Xian, zur Eröffnung der Ausstellung von Jack Doherty und dem anschließendem Hot Pot Dinner. Die Ausstellung war wundervoll und der Mann zu Recht prämiert,

Damit war der erste Teil des Symposiums offiziell zu Ende, der Zweite ist in Peking geplant. Allerdings war ich bei diesem nicht anwesend, sondern bin, nach einem kurzen Aufenthalt in Xian wieder zurück geflogen.

Eine fantastische Reise!

 

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